FTPS ist das alte FTP, das seine Verbindung durch TLS verschlüsselt. Protokoll und Befehle bleiben dieselben, sie laufen nur durch einen gesicherten Kanal. Das S steht für secure.
- FTPS
Das alte FTP, abgesichert durch einen verschlüsselten Kanal.
Beispiel: „Der Hoster bietet FTPS an, der Zugang läuft weiter über Port 21.“Auch: FTP over TLS, FTP-SSL. Die früher übliche Schreibweise FTP/SSL meint dasselbe.
Abgrenzung zu SFTP: Das ist ein völlig anderes Protokoll, nämlich Dateiübertragung über SSH. FTPS und SFTP klingen ähnlich und haben technisch nichts miteinander zu tun.
Warum FTPS und SFTP ständig verwechselt werden
Weil beide Namen dasselbe versprechen und beide dasselbe tun, nämlich Dateien verschlüsselt übertragen. Der Weg dorthin ist ein anderer: FTPS legt eine Verschlüsselung um das alte Protokoll, SFTP ist ein eigenes Protokoll innerhalb einer SSH-Verbindung.
Im Alltag merkt man den Unterschied an den Ports und an der Zahl der Verbindungen. SFTP braucht einen Zugang über Port 22 und eine einzige Verbindung; FTPS behält FTPs Aufteilung in eine Steuer- und eine Datenverbindung.
Was FTPS im Betrieb schwierig macht
Genau diese zweite Verbindung. Sie wird für jede Übertragung neu geöffnet, oft auf einem wechselnden Port, und jede Firewall und jeder Router dazwischen muss das mitmachen. Daher kommen die Fälle, in denen die Anmeldung klappt und die Dateiliste dann leer bleibt.
Dazu kommt das Zertifikat: Ist es abgelaufen oder nicht sauber verkettet, bricht die Verbindung ab, obwohl Benutzername und Kennwort stimmen.
Wann FTPS trotzdem die richtige Wahl ist
Wenn die Gegenstelle nichts anderes anbietet. Viele ältere Systeme, Warenwirtschaften und Behördenschnittstellen sprechen FTPS und kein SFTP. Dann ist es die bessere Wahl gegenüber unverschlüsseltem FTP, und das ist der eigentliche Vergleich.
Steht beides zur Verfügung, nimm SFTP. Ein Protokoll, eine Verbindung, ein Port, und der Zugang lässt sich über Schlüssel absichern.