DNS over HTTPS (DoH) ist die Abfrage von Namen über eine verschlüsselte Webverbindung statt über das offene Protokoll. Die Anfrage sieht von außen aus wie gewöhnlicher Webverkehr.
- DNS over HTTPS (DoH)
Die Abfrage von Namen über eine verschlüsselte Webverbindung statt über das offene Protokoll.
Beispiel: „Mit DNS over HTTPS sah der Anbieter nicht mehr, welche Namen im Haushalt gefragt wurden.“Festgelegt 2018, eingebaut in Firefox, Chrome, Edge und die großen Betriebssysteme. Die Anfrage läuft über Port 443 und ist damit von normalem Webverkehr kaum zu unterscheiden.
Abgrenzung zu DNS over TLS: Dieses verschlüsselt ebenfalls, nutzt aber einen eigenen Port und ist dadurch im Netz erkennbar.
Was DNS over HTTPS schützt
Den Weg zwischen Gerät und Resolver. Niemand auf dieser Strecke sieht mehr, welche Namen gefragt werden, und niemand kann eine Antwort unterschieben; das ist in offenen Netzen der größte Gewinn.
Nicht geschützt ist der Resolver selbst. Er kennt jede Frage und bleibt der Ort, an dem die vollständige Liste entsteht, siehe DNS-Resolver.
Warum DNS over HTTPS umstritten ist
Wegen der Verlagerung. Wenn der Browser einen eigenen Dienst benutzt, laufen die Anfragen an Resolver im Firmennetz, an Jugendschutzfiltern und an Sperren der Zugangsanbieter vorbei.
Für Unternehmen heißt das: Die Einstellung gehört über eine Vorgabe geregelt, sonst entstehen blinde Flecken und Umgehungen, siehe DNS-Leak.
Wo DNS over HTTPS eingeschaltet wird
An drei Stellen: im Browser, im Betriebssystem und auf dem Router. Jede davon kann eine andere Wahl treffen, und die zuletzt wirksame gewinnt.
Für eine Website ändert sich nichts. Welchen Weg der Besucher wählt, bleibt seine Sache, und die Einträge der Domain sind davon unberührt.