Ein Algorithmus ist eine endliche Folge eindeutiger Anweisungen, die eine Aufgabe löst. Der Begriff ist viel älter als die künstliche Intelligenz und gilt für jede Rechenvorschrift: ein Sortierverfahren, eine Wegsuche, eine Zinsrechnung.
- Algorithmus
Eine endliche Folge eindeutiger Anweisungen, die eine Aufgabe löst.
Beispiel: „Der Algorithmus für die Versandkosten steht in zwölf Zeilen und ist jederzeit nachrechenbar.“Was ihn ausmacht: Jeder Schritt ist eindeutig, die Folge endet, und bei gleicher Eingabe kommt dasselbe heraus. Genau das unterscheidet ihn von einem trainierten Modell, das Wahrscheinlichkeiten berechnet und bei gleicher Eingabe verschieden antworten kann.
Der Name geht auf den persischen Gelehrten al-Chwarizmi aus dem 9. Jahrhundert zurück, dessen Rechenverfahren über lateinische Übersetzungen nach Europa kamen.
Wie er sich zum KI-Modell verhält
Als Werkzeug und als Ergebnis zugleich. Das Training eines Modells läuft nach Algorithmen ab, etwa nach Backpropagation. Was dabei herauskommt, ist dann kein Algorithmus mehr, sondern eine Sammlung von Zahlen, die niemand Zeile für Zeile nachvollziehen kann. Daran hängt der ganze Unterschied in der Prüfbarkeit, siehe Black Box.
Warum der Unterschied im Streitfall zählt
Weil sich eine Rechenvorschrift prüfen lässt und ein Modell nur beobachten. Wer belegen muss, warum eine Entscheidung so ausfiel, hat es mit einem Algorithmus leicht und mit einem Modell schwer. Das ist der Grund, warum in regulierten Bereichen weiterhin feste Regeln verwendet werden, auch wenn ein Modell im Schnitt besser träfe. Üblich sind deshalb Mischformen: ein Modell schlägt vor, eine Regel entscheidet, und beides wird protokolliert.
Warum das Wort in der Öffentlichkeit anders benutzt wird
In Berichten über soziale Netzwerke und Suchmaschinen meint „der Algorithmus“ meist das ganze System aus Modellen, Regeln und Geschäftsentscheidungen, das bestimmt, wer was zu sehen bekommt. Das ist eine Abkürzung für etwas, das kein einzelner Algorithmus ist. Wer die Begriffe trennt, kann auch die Verantwortung trennen: Eine Rechenvorschrift tut, was dasteht, und die Auswahl, welche dasteht, treffen Menschen.