SSL, kurz für Secure Sockets Layer, ist das abgelöste Vorgängerprotokoll von TLS. Seit 1999 trägt das Verfahren den neuen Namen; das alte Wort steckt weiter in Produktnamen, in Verträgen und in der Bezeichnung SSL-Zertifikat.
- SSL (Secure Sockets Layer)
Das abgelöste Vorgängerprotokoll von TLS, dessen Name sich bis heute gehalten hat.
Beispiel: „Im Angebot stand SSL, geliefert wurde ein Zertifikat für TLS 1.2 und 1.3.“Die Fassungen: SSL 2.0 von 1995 und SSL 3.0 von 1996, beide von Netscape. SSL 1.0 ist nie erschienen. Verboten sind heute alle, SSL 3.0 seit 2015 ausdrücklich.
Abgrenzung zu TLS: Das ist dasselbe Verfahren unter neuem Namen und in neuen Fassungen. Wer SSL sagt, meint im Alltag TLS.
Warum der Name SSL geblieben ist
Weil er in den Produkten steckt. Händler verkaufen SSL-Zertifikate, Hostingtarife werben mit SSL, und die Bibliothek, die auf fast jedem Server die Arbeit macht, heißt OpenSSL. Ein Umbenennen hätte Jahre gekostet und niemandem geholfen.
Für Texte heißt das, den Namen dort zu benutzen, wo der Leser ihn erwartet, und die Technik dort korrekt zu benennen, wo es darauf ankommt. In diesem Glossar stehen deshalb beide Einträge.
Was an SSL wirklich unsicher war
Benannte Lücken in beiden Fassungen. POODLE traf 2014 SSL 3.0 und erlaubte, verschlüsselte Daten stückweise zu erraten; SSL 2.0 hatte schon vorher Fehler im Handschlag.
Daraus folgte die Abschaltung: SSL 2.0 wurde 2011 verboten, SSL 3.0 im Jahr 2015. Browser bieten seither keine der beiden mehr an, und ein Server, der sie noch kann, fällt in jeder Prüfung auf, siehe TLS-Versionen.
Wo SSL im Alltag noch auftaucht
In Einstellungen und Fehlermeldungen. Angaben wie ssl_certificate in Nginx, SSLEngine in Apache und die Meldung über ein ungültiges SSL-Zertifikat sind reine Namensgeschichte.
Dasselbe gilt für Mailprogramme: Die Auswahl zwischen SSL und STARTTLS meint dort zwei Wege zum Aufbau der Verschlüsselung und keine zwei Protokolle.