Sentiment Analysis, auf Deutsch Stimmungsanalyse, bestimmt maschinell, ob ein Text zustimmend, ablehnend oder neutral gemeint ist. Angewandt wird sie auf Bewertungen, Supportanfragen, Beiträge in sozialen Netzwerken und Umfrageantworten.
- Sentiment Analysis (Stimmungsanalyse)
Das maschinelle Bestimmen, ob ein Text zustimmend, ablehnend oder neutral gemeint ist.
Beispiel: „Die Sentiment Analysis markierte 14 von 300 Bewertungen als ablehnend, und alle 14 waren es auch.“Drei Stufen sind üblich: die grobe Einteilung in positiv, negativ und neutral; die Bewertung auf einer Skala; und die Zuordnung zu einzelnen Aspekten, also getrennt nach Lieferung, Preis und Produkt.
Technisch ist es ein Fall von überwachtem Lernen, wenn ein eigenes Modell trainiert wird. Mit einem Sprachmodell braucht es kein Training mehr, sondern nur eine gute Anweisung.
Wo sie zuverlässig scheitert
Bei Ironie, bei Verneinungen über mehrere Sätze hinweg, bei Fachsprache und bei gemischten Aussagen. „Die Lieferung war schnell, der Rest eine Zumutung“ ist für eine grobe Einteilung ein unlösbarer Fall; erst die Zuordnung zu Aspekten löst ihn. Dazu kommt der Kulturunterschied: Deutsche Bewertungen sind im Schnitt zurückhaltender formuliert als englische, und ein auf englischen Daten trainiertes Modell liest Zurückhaltung leicht als Ablehnung.
Was sich mit Sprachmodellen geändert hat
Die Einstiegshürde ist verschwunden. Früher brauchte eine brauchbare Stimmungsanalyse tausende von Hand bewertete Beispiele; heute genügt eine Anweisung mit drei Beispielen. Was geblieben ist: Das Ergebnis muss gegen eine Stichprobe geprüft werden, bevor jemand Entscheidungen darauf stützt.
Wofür sich der Aufwand lohnt
Für große Mengen und für die Entwicklung über die Zeit. Dreihundert Bewertungen liest ein Mensch an einem Vormittag, und er versteht sie besser. Dreißigtausend nicht, und dort zeigt die Auswertung, welche Themen zunehmen. Als Alarmzeichen taugt sie, als Urteil über den einzelnen Fall nicht. Wer sie einführt, legt vorher fest, was bei einem Ausschlag geschieht, sonst entsteht eine Kurve, die niemand liest. Bewährt hat sich eine Schwelle mit Namen daneben: wer schaut nach, und innerhalb welcher Frist.