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KI-Agent

oder auch AI Agent, Agent

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Ein KI-Agent ist ein System, in dem ein Sprachmodell selbst entscheidet, welcher Schritt als Nächstes kommt. Es bekommt ein Ziel und Werkzeuge, wählt danach selbst aus, welches Werkzeug es einsetzt, prüft das Ergebnis und macht weiter, bis die Aufgabe erledigt ist.

KI-Agent

Ein System, in dem ein Sprachmodell selbst entscheidet, welcher Schritt als Nächstes kommt.
Beispiel: „Der KI-Agent hat die Rechnung gefunden, den Betrag geprüft und die Buchung vorbereitet, ohne dass jemand die Reihenfolge vorgegeben hätte.“

Was dazugehört: ein Ziel, eine Handvoll Werkzeuge, eine Schleife und eine Bedingung, wann Schluss ist. Fehlt die letzte, läuft ein Agent im Zweifel so lange weiter, bis das Kontingent aufgebraucht ist.

Abgrenzung zum Workflow: Beim Workflow steht der Weg im Code und das Modell füllt die Schritte aus. Beim Agenten steht nur das Ziel fest. Beides schließt sich nicht aus, die meisten brauchbaren Systeme mischen.

Oben eine gerade Kette aus fünf Kästchen von Eingabe bis Ergebnis, unten ein Kästchen Ziel, daneben ein Kreislauf aus drei Stationen namens überlegen, Werkzeug und Ergebnis prüfen, und rechts ein Kästchen fertig
Derselbe Werkzeugkasten, zwei verschiedene Arten, ihn einzusetzen.

Was ihn vom festen Ablauf unterscheidet

Die Frage, wer die Reihenfolge bestimmt.

Anthropic zieht die Grenze im Beitrag Building effective agents vom 19. Dezember 2024 deutlich: Workflows seien Systeme, in denen Modelle und Werkzeuge über festgelegte Code-Pfade gesteuert werden; Agenten dagegen Systeme, in denen die Modelle ihren eigenen Ablauf und ihren Werkzeugeinsatz selbst lenken.

Wann sich der Aufwand lohnt

Wenn der Weg zum Ziel sich nicht vorher festlegen lässt. Eine Recherche, bei der der nächste Schritt vom Fund davor abhängt, ist ein Fall für einen Agenten. Ein Ablauf, der jedes Mal gleich läuft, ist einer für ein Programm, das billiger ist und sich besser prüfen lässt. Womit ein Agent arbeitet, legt das Function Calling fest.

Dieselbe Quelle rät ausdrücklich dazu, mit der einfachsten Lösung anzufangen und die Komplexität erst zu erhöhen, wenn es nötig wird. Für viele Anwendungen genüge ein einzelner gut gebauter Modellaufruf mit Suche und Beispielen.

Woran es in der Praxis hängt

An den Werkzeugen und am Abbruch. Ein Agent ist nur so gut wie das, was er aufrufen kann, und er kostet so viel, wie seine Schleife läuft, gemessen in Token. In unseren Projekten ist die Begrenzung der Durchläufe der Punkt, den man beim ersten Bauen am ehesten vergisst und beim zweiten als Erstes setzt.

Siehe auch:

Function Calling

Das Verfahren, mit dem ein Sprachmodell einen Programmaufruf anfordert, den die Anwendung dann ausführt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Subagent

Ein untergeordneter Agent, der eine Teilaufgabe in einem eigenen Kontextfenster erledigt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Skill (KI)

Ein Bündel aus Anweisungen, Dateien und Skripten, das ein KI-Werkzeug erst bei Bedarf lädt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Memory (KI)

Notizen, die ein KI-Werkzeug außerhalb des Kontextfensters ablegt und später wieder einliest.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Kontextfenster

Die Textmenge, die ein Sprachmodell bei einer Anfrage gleichzeitig vor sich hat.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Context Engineering

Das Zusammenstellen und Pflegen dessen, was zur Laufzeit im Kontextfenster steht.

#Künstliche Intelligenz (KI)