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Project Glasswing (Anthropic)

oder auch Glasswing

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 03.11.2026

Project Glasswing ist Anthropics Vorhaben, kritische Software mit einem nicht veröffentlichten Modell abzusichern. Ausgewählte Organisationen suchen damit Schwachstellen in Software, auf der ein großer Teil des Netzes beruht.

Project Glasswing (Anthropic)

Anthropics Vorhaben, kritische Software mit einem nicht veröffentlichten Modell abzusichern.
Beispiel: „Über Project Glasswing fand ein Partner eine Lücke, die siebenundzwanzig Jahre unentdeckt geblieben war.“

Angekündigt am 7. April 2026 mit zwölf Startpartnern, darunter Amazon Web Services, Apple, Cisco, CrowdStrike, Google, Microsoft, Nvidia, Palo Alto Networks und die Linux Foundation. Im Juni 2026 kamen rund 150 weitere Organisationen aus über fünfzehn Ländern dazu.

Abgrenzung zum Fairwind Program: Das ist Googles Gegenstück. Glasswing arbeitet mit einem Modell, das es im allgemeinen Zugang gar nicht gibt.

Was Project Glasswing gefunden hat

Tausende schwerwiegende Lücken, darunter unbekannte in jedem großen Betriebssystem und in jedem großen Browser. Genannt werden eine siebenundzwanzig Jahre alte Lücke in OpenBSD, eine sechzehn Jahre alte in FFmpeg und eine Kette im Linux-Kern, die vollen Zugriff auf eine Maschine erlaubt hätte.

Bis Juni 2026 meldeten die Beteiligten über 23.000 Schwachstellen, von denen das Modell mehr als ein Viertel als schwerwiegend oder kritisch einstufte. Die gemeldeten Lücken sind nach Angaben von Anthropic behoben.

Die Angaben stehen auf der Projektseite Project Glasswing, abgerufen am 3. November 2026. Anthropic sagt dort bis zu hundert Millionen Dollar an Guthaben für die Teilnehmer zu und spendet vier Millionen an Organisationen für offene Sicherheitssoftware.

Warum Anthropic das Modell nicht veröffentlicht

Weil dieselbe Fähigkeit den Angriff ebenso beschleunigt. Das Modell hinter dem Vorhaben findet Lücken auf dem Niveau sehr guter Fachleute und schreibt den Angriff dazu; allgemein verfügbar wäre es ein Werkzeug für jede Seite.

Der Zugang läuft deshalb über geprüfte Organisationen und seit Juni 2026 über ein eigenes Prüfverfahren, das den Kreis erweitert, ohne ihn zu öffnen, siehe Claude Mythos.

Was daraus für andere folgt

Dass alte Software schnell unsicherer wird. Wenn Lücken, die Jahrzehnte unentdeckt blieben, binnen Wochen auffindbar sind, verschiebt sich die Rechnung für jeden, der veraltete Stände betreibt.

Für eine Website heißt das wenig Spektakuläres und viel Bekanntes: Aktualisierungen einspielen, Abhängigkeiten pflegen, Erreichbarkeit begrenzen. Der Unterschied liegt im Tempo, mit dem Versäumnisse auffallen.

Siehe auch:

Cyberdefender

Wer Systeme gegen Angriffe verteidigt, in Abgrenzung zum Angreifer.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Claude Mythos

Dasselbe Modell wie Claude Fable, freigegeben allein für geprüfte Organisationen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Claude Fable

Die oberste Stufe der Claude-Reihe von Anthropic, zugeschnitten auf lange, selbständige Arbeit.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Fairwind Program (Google)

Googles Programm, das geprüften Cyberdefendern Modelle mit gelockerten Grenzen bereitstellt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Red Teaming

Ein KI-System planmäßig angreifen, um seine Schwachstellen vor dem Einsatz zu finden.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt Injection

Ein Angriff, bei dem eine untergeschobene Anweisung das Verhalten eines Sprachmodells verändert.

#Künstliche Intelligenz (KI)