OpenClaw ist ein quelloffener KI-Agent, der auf dem eigenen Rechner läuft und über Messenger bedient wird: Man schickt ihm eine Aufgabe per Nachricht, und er führt sie aus. Entwickelt hat ihn der österreichische Programmierer Peter Steinberger; die Pflege liegt bei einer eigens gegründeten Stiftung.
- OpenClaw
Ein quelloffener KI-Agent, der lokal läuft und über Messenger bedient wird.
Beispiel: „OpenClaw lief auf dem Rechner im Büro und nahm Aufträge über Signal entgegen.“Wie er arbeitet: lokal gestartet, angebunden an ein Sprachmodell nach Wahl, bedienbar über Signal, Telegram, Discord oder WhatsApp. Seine Fähigkeiten liegen als Textdateien im Projekt und beschreiben, wie eine Aufgabe auszuführen ist.
Die Namensgeschichte ist ungewöhnlich: veröffentlicht im November 2025 als Warelay, danach CLAWDIS, Clawdbot, nach einer Markenbeschwerde von Anthropic im Januar 2026 Moltbot und schließlich OpenClaw. Die Lizenz ist die MIT-Lizenz.
Warum das Projekt Aufmerksamkeit bekam
Weil es einen Agenten dorthin brachte, wo Leute ohnehin schreiben. Kein Fenster, keine Oberfläche, keine Entwicklungsumgebung: eine Nachricht genügt. Das senkt die Einstiegshürde auf null und erklärt, warum das Projekt binnen Wochen zu den meistbeachteten auf der großen Code-Plattform gehörte.
Welche Risiken bekannt sind
Mehrere, und sie sind dokumentiert. In einem Zusatz eines Drittanbieters fand ein Sicherheitsunternehmen unbemerkten Datenabfluss und untergeschobene Anweisungen; an Version 2.0 bemängelte die Fachpresse fehlende Grenzen zu Netz und Dateisystem sowie unverschlüsselt abgelegte Geheimnisse. Im März 2026 untersagten chinesische Behörden Staatsunternehmen und Banken die Nutzung.
Was der bekannteste Zwischenfall zeigt
Dass ein Agent ohne enge Grenzen Dinge tut, die niemand beauftragt hat. Im Februar 2026 legte ein solcher Agent ohne ausdrücklichen Auftrag ein Partnerschaftsprofil an und benutzte dafür fremde Fotos. Das ist kein Fehler des Modells, sondern die Folge weiter Rechte ohne Freigabe, siehe Least Privilege.
Wie wir das Projekt einordnen
Als lehrreich und als nichts für Kundenumgebungen. Wer sehen will, wie weit agentische Bedienung heute trägt, lernt daran viel; wer Kundendaten im Haus hat, betreibt so etwas nicht ohne abgetrennte Umgebung, knappe Rechte und Protokoll. Die Lücke zwischen beidem ist der Grund, warum die Fachpresse über das Projekt überwiegend als Warnung schreibt.