Zum Inhalt springen

Neuronales Netzwerk

oder auch Künstliches neuronales Netz, Neural Network, Neuronales Netz

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Ein neuronales Netzwerk ist eine Rechenstruktur aus Schichten verbundener Einheiten. Jede Verbindung trägt ein Gewicht, und diese Gewichte sind das, was beim Training angepasst wird.

Neuronales Netzwerk

Rechenstruktur aus Schichten verbundener Einheiten, deren Verbindungen beim Training gewichtet werden.
Beispiel: „Ein neuronales Netzwerk gibt die Eingabe von Schicht zu Schicht weiter und verstärkt dabei, was zum Ergebnis beiträgt.“

Auch: künstliches neuronales Netz, KNN, Neural Network. Das Wort „neuronal“ verweist auf das Vorbild im Gehirn, die Ähnlichkeit endet aber bei der Anordnung in Schichten.

Abgrenzung zum biologischen Vorbild: Ein künstliches Neuron summiert Zahlen und gibt das Ergebnis durch eine Funktion weiter. Mit der Arbeitsweise einer Nervenzelle hat das wenig zu tun; das Bild erklärt den Aufbau, nicht den Vorgang.

Vier Spalten aus Kreisen, beschriftet mit Eingabe, zweimal verborgen und Ausgabe; jeder Kreis einer Spalte ist mit jedem Kreis der nächsten durch eine dünne Linie verbunden
Jede Einheit einer Schicht ist mit jeder Einheit der nächsten verbunden.

Wie es aufgebaut ist

Die Beschreibung des britischen Parlamentsbüros trifft es knapp: eine große Menge verbundener Recheneinheiten, in Schichten angeordnet, bei der die Ausgaben einer Schicht die Eingaben der nächsten sind. Dazwischen können Hunderte solcher Schichten liegen.

Drei Arten von Schichten kommen vor: die Eingabeschicht, die die Daten aufnimmt, eine oder mehrere verborgene Schichten dazwischen und die Ausgabeschicht mit dem Ergebnis. Verborgen heißen die mittleren, weil von außen weder ihre Eingaben noch ihre Ausgaben zu sehen sind.

Wie es lernt

Über die Gewichte. Zu Beginn sind sie zufällig, die Ausgabe ist entsprechend falsch. Der Unterschied zwischen Ausgabe und gewünschtem Ergebnis wird als Fehlerwert berechnet und von hinten nach vorn durch das Netz zurückgerechnet, wobei jedes Gewicht ein wenig in die Richtung verschoben wird, die den Fehler verkleinert.

Dieses Rückrechnen heißt Backpropagation und ist seit den 1980er-Jahren das Standardverfahren. Wiederholt man es millionenfach, nähert sich das Netz einer Zuordnung, die auch für ungesehene Eingaben trägt. Damit ist ein neuronales Netzwerk ein Sonderfall des maschinellen Lernens: Die Regeln entstehen aus Daten.

Warum es eine Blackbox bleibt

Weil das gelernte Wissen in Millionen von Zahlen steckt und in keiner davon einzeln. Man kann nachsehen, welches Gewicht welchen Wert hat, aber nicht, warum das Netz einen bestimmten Fall so entschieden hat. Bei den vielen Schichten des Deep Learning verschärft sich das.

Aus unserer Arbeit an über 2.500 Website-Projekten ist das der Punkt, an dem Erwartungen auseinandergehen: Ein Regelwerk lässt sich auditieren, ein Netz nicht. Wo eine Entscheidung begründet werden muss, bleibt die nachvollziehbare Regel die bessere Wahl.

Siehe auch:

Deep Learning

Maschinelles Lernen mit neuronalen Netzen aus vielen Schichten.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Machine Learning

Verfahren, bei denen ein System seine Regeln aus Daten ableitet, statt sie vorgegeben zu bekommen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Transformer-Architektur

Der Bauplan heutiger Sprachmodelle, der allein auf Aufmerksamkeit statt auf Reihenfolge setzt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Künstliche Intelligenz (KI)

Systeme, die aus Eingaben selbstständig Ergebnisse ableiten, statt einer vorgegebenen Regel zu folgen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Token (KI)

Die kleinste Einheit, in die ein Sprachmodell Text zerlegt, meist ein Wortteil.

#Künstliche Intelligenz (KI)