Eine Formatierungssprache beschreibt, wie ein Dokument gesetzt werden soll, bis hin zum fertigen Satzbild.
- Formatierungssprache
Eine Sprache, in der die Darstellung eines Dokuments beschrieben wird, einschließlich Satz, Umbruch und Seitenaufteilung.
Beispiel: „LaTeX ist eine Formatierungssprache: Aus dem Quelltext entsteht ein fertig gesetztes PDF.“Abgrenzung zur Auszeichnungssprache: Die Auszeichnung sagt, was ein Stück Inhalt ist. Die Formatierung sagt, wie es aussehen soll. In der Praxis mischen sich beide.
Die Abgrenzung ist weicher, als sie klingt
Reine Fälle sind selten. HTML zeichnet aus und überlässt die Darstellung CSS; LaTeX dagegen beschreibt Struktur und Satz in derselben Datei.
Historisch gab es auch im Web einen Versuch, beides zusammenzuführen: XSL-FO beschrieb Seiten für den Druck. Durchgesetzt hat sich stattdessen die Trennung, die HTML und CSS vorgeben.
% LaTeX: Struktur und Satz in einer Datei
\documentclass[11pt,a4paper]{article}
\begin{document}
\section{Ergebnisse}
Der Mittelwert betrug $\bar{x} = 4{,}7$.
\end{document}Wo sie heute gebraucht werden
Dort, wo ein Satzbild bis ins Detail stimmen muss: wissenschaftliche Arbeiten, Bücher, Formelsatz. LaTeX ist dafür seit Jahrzehnten gesetzt und hat keine ernsthafte Konkurrenz.
Im Webumfeld begegnet dir das Thema beim Erzeugen von PDF-Dokumenten, etwa für Rechnungen oder Angebote. Der verbreitete Weg führt heute über HTML und ein Druck-Stylesheet statt über eine eigene Formatierungssprache.
Warum das für ein Projekt zählt
Weil die Entscheidung früh fällt. Wer ein PDF aus HTML erzeugt, kann dieselben Inhalte und dieselbe Gestaltung benutzen wie auf der Seite. Wer einen eigenen Satzweg einschlägt, pflegt zwei Darstellungen.