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Epoche (Training)

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Eine Epoche ist ein vollständiger Durchgang des Trainings durch sämtliche Trainingsdaten. Jedes Beispiel wurde danach genau einmal verarbeitet. Trainiert wird fast immer über mehrere Epochen, weil ein einzelner Durchgang selten genügt.

Epoche (Training)

Ein vollständiger Durchgang des Trainings durch sämtliche Trainingsdaten.
Beispiel: „Nach drei Epochen sank der Fehler auf den Prüfdaten nicht mehr, also wurde das Training beendet.“

Ein Hyperparameter unter mehreren: Die Zahl der Epochen wird vor dem Training gesetzt und nicht gelernt. Zu wenige, und das Modell hat nicht ausgelernt; zu viele, und es lernt die Beispiele auswendig.

Abgrenzung zum Schritt: Innerhalb einer Epoche verarbeitet das Training die Daten in Stapeln. Jeder Stapel ist ein Schritt, und eine Epoche besteht aus so vielen Schritten, wie Stapel in den Bestand passen.

Wie viele es braucht

Je nach Lage wenige bis sehr viele. Beim Fine-Tuning eines fertigen Modells genügen oft zwei oder drei, weil das Modell schon fast alles mitbringt. Ein Modell von Grund auf zu trainieren verlangt deutlich mehr, und bei sehr großen Textmengen reicht umgekehrt ein einziger Durchgang.

Die Bestimmung im Machine Learning Glossary von Google ist präzise: ein vollständiger Trainingsdurchlauf über den gesamten Trainingsdatensatz, sodass jedes Beispiel einmal verarbeitet wurde.

Woran man zu viele erkennt

An zwei auseinanderlaufenden Kurven. Der Fehler auf den Trainingsdaten sinkt weiter, der Fehler auf den zurückgehaltenen Prüfdaten steigt wieder. Ab diesem Punkt lernt das Modell die Beispiele auswendig, statt die Regel dahinter zu finden. Das Fachwort dafür ist Überanpassung.

Wie man rechtzeitig aufhört

Indem man mitmisst und abbricht. Üblich ist, nach jeder Epoche an den Prüfdaten zu messen und das Training zu beenden, sobald sich dort über mehrere Epochen nichts mehr verbessert. Gespeichert wird dann der Stand mit dem besten Prüfergebnis und nicht der letzte.

Beim Weitertrainieren eines fertigen Modells ist die Gefahr besonders groß, weil die eigenen Beispiele meist wenige sind. Zwei Epochen über dreihundert Beispiele genügen oft; wer zwanzig laufen lässt, bekommt ein Modell, das diese dreihundert auswendig kann und sonst nichts gewonnen hat.

Siehe auch:

Trainingsdaten

Die Beispiele, aus denen ein KI-Modell seine Regeln ableitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Supervised Learning

Maschinelles Lernen aus Beispielen, bei denen die richtige Antwort mitgeliefert wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Hyperparameter

Einstellungen, die vor dem Training eines KI-Modells von Hand gesetzt werden und nicht gelernt sind.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Fine-Tuning (KI)

Das Weitertrainieren eines fertigen Modells mit eigenen Beispielen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Label (Trainingsdaten)

Die richtige Antwort, die einem Trainingsbeispiel beigegeben wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Machine Learning

Verfahren, bei denen ein System seine Regeln aus Daten ableitet, statt sie vorgegeben zu bekommen.

#Künstliche Intelligenz (KI)