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Encoder-Decoder

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Encoder-Decoder bezeichnet einen Modellaufbau aus zwei Teilen. Der Encoder liest die Eingabe und wandelt sie in eine innere Darstellung um; der Decoder erzeugt daraus die Ausgabe, Stück für Stück. Gebaut wurde der Aufbau für Übersetzungen, wo Eingabe und Ausgabe verschiedene Sprachen sind.

Encoder-Decoder

Ein Modellaufbau aus zwei Teilen: einer liest die Eingabe, der andere erzeugt die Ausgabe.
Beispiel: „Der Encoder-Decoder-Aufbau stammt aus der maschinellen Übersetzung und steckt heute in vielen Werkzeugen für Sprache.“

Die innere Darstellung dazwischen ist eine Zahlenfolge im Latent Space. Sie trägt die Bedeutung der Eingabe, ohne an die Wörter gebunden zu sein.

Die Transformer-Arbeit von 2017 stellte den Aufbau mit beiden Teilen vor. Die Entwicklung danach ging in zwei Richtungen auseinander.

Welche Modelle nur einen Teil benutzen

Die großen Sprachmodelle von heute benutzen nur den Decoder: Sie lesen den Text und setzen ihn fort, und beides geschieht im selben Teil. Modelle, die Texte einordnen oder durchsuchbar machen sollen, benutzen oft nur den Encoder; BERT ist das bekannteste Beispiel, und daraus stammen viele Embeddings. Beide Teile zusammen findet man weiterhin bei Übersetzung und Zusammenfassung.

Was das praktisch bedeutet

Es erklärt, warum manche Modelle gut suchen und schlecht schreiben. Ein reines Encoder-Modell erzeugt keinen Text; es wandelt Text in Zahlen um, damit Ähnlichkeit berechenbar wird. Wer für eine Suche auf der eigenen Website ein Modell auswählt, braucht genau diese Sorte, und nicht das größte Sprachmodell.

Warum der Begriff weiterlebt

Weil er in Modellbeschreibungen steht und die grobe Einordnung erlaubt. Wer in einer Modellkarte „encoder-only“ liest, weiß sofort, dass das Modell keine Antworten erzeugt. Für die Auswahl ist das eine der schnellsten Unterscheidungen überhaupt. Die zweite schnelle Unterscheidung ist die Größe: Für Suche und Einordnung genügen kleine Modelle, und die laufen auf gewöhnlicher Hardware. Ein Encoder-Modell für die Websuche hat oft wenige hundert Millionen Parameter und damit ein Tausendstel eines großen Sprachmodells.

Siehe auch:

Transformer-Architektur

Der Bauplan heutiger Sprachmodelle, der allein auf Aufmerksamkeit statt auf Reihenfolge setzt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Attention-Mechanismus

Das Verfahren, mit dem ein Sprachmodell entscheidet, welche Wörter füreinander wichtig sind.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Embedding

Eine von einem KI-Modell berechnete Zahlenreihe, die die Bedeutung eines Textes abbildet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Latent Space (Latenter Raum)

Der innere Zahlenraum eines Modells, in dem Bedeutungen als Punkte liegen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Large Language Models

Sprachmodelle mit sehr vielen Parametern, die das nächste Token vorhersagen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Token (KI)

Die kleinste Einheit, in die ein Sprachmodell Text zerlegt, meist ein Wortteil.

#Künstliche Intelligenz (KI)