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Benutzerdefinierte Anweisungen (Custom Instructions)

oder auch Custom Instructions

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 17.10.2026

Benutzerdefinierte Anweisungen sind Vorgaben, die man in den Einstellungen eines KI-Werkzeugs einmal hinterlegt und die danach in allen weiteren Unterhaltungen gelten. Sprache, Tonfall, Rolle, wiederkehrende Angaben zum eigenen Betrieb: alles, was man sonst jedes Mal neu dazuschreiben müsste.

Benutzerdefinierte Anweisungen (Custom Instructions)

Vorgaben, die man einmal setzt und die danach in allen weiteren Unterhaltungen gelten.
Beispiel: „In den benutzerdefinierten Anweisungen steht, dass Antworten auf Deutsch und in der Du-Form kommen.“

Zwei Ebenen: kontoweite Anweisungen gelten für alles, Projektanweisungen nur für die Unterhaltungen innerhalb eines Projekts. Die engere Ebene ist meist die nützlichere, weil sich Vorgaben sonst gegenseitig im Weg stehen.

Abgrenzung zum System-Prompt: Der System-Prompt kommt vom Anbieter oder vom Entwickler der Anwendung. Benutzerdefinierte Anweisungen setzt der Nutzer selbst. Im Ergebnis landen beide an derselben Stelle, nämlich vor dem Gespräch.

Woher der Begriff kommt

Aus einer einzelnen Produktfunktion, die der ganzen Gattung den Namen gab.

OpenAI führte die Custom Instructions für ChatGPT am 20. Juli 2023 ein, zunächst als Beta für zahlende Konten. Der Gedanke dahinter steht schon in der Ankündigung: Vorgaben einmal setzen, danach berücksichtigt das Werkzeug sie in allen künftigen Unterhaltungen. Bei Claude heißt das Gegenstück „Instructions for Claude“ und kennt dieselben zwei Ebenen.

Was hineingehört

Alles, was für jede Antwort gelten soll und sich nicht von allein ergibt: die Sprache, die Anrede, der Tonfall, der eigene Beruf und die Zielgruppe, Hausregeln für Texte, Abkürzungen und Werkzeuge, die im Betrieb gebräuchlich sind. Je konkreter, desto besser: „kurze Absätze“ wirkt, „schreibe gut“ nicht. Technisch landen sie an derselben Stelle wie ein System-Prompt, nämlich vor dem Gespräch.

Was sie leisten und was nicht

Sie ersparen Wiederholung. Den Kontext zur einzelnen Aufgabe ersetzen sie nicht: Welche Seite gerade überarbeitet wird und was der Kunde letzte Woche gesagt hat, gehört weiter in die Anfrage. Wer alles in die Dauervorgaben schreibt, bekommt ein Werkzeug, das jede Aufgabe durch dieselbe Brille sieht.

Eine Einschränkung kommt vom Zeitpunkt: Üblicherweise greifen Änderungen erst in neuen Unterhaltungen. Wer eine Vorgabe ändert und sich wundert, dass im laufenden Gespräch nichts passiert, fängt besser ein neues an. Was über die Sitzung hinaus wachsen soll, gehört stattdessen in ein Memory.

Siehe auch:

System-Prompt

Die Anweisung, die vor dem Gespräch gesetzt wird und für jede Antwort darin gilt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Memory (KI)

Notizen, die ein KI-Werkzeug außerhalb des Kontextfensters ablegt und später wieder einliest.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt

Die Eingabe, mit der ein Sprachmodell beauftragt wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Context Engineering

Das Zusammenstellen und Pflegen dessen, was zur Laufzeit im Kontextfenster steht.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt Engineering

Das methodische Entwerfen, Testen und Verbessern von Prompts.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Skill (KI)

Ein Bündel aus Anweisungen, Dateien und Skripten, das ein KI-Werkzeug erst bei Bedarf lädt.

#Künstliche Intelligenz (KI)