Artificial Super Intelligence bezeichnet ein angenommenes KI-System, das den Menschen in allen Gebieten übertrifft, nicht nur in einzelnen. Der Begriff benennt die oberste Stufe einer Einteilung und keinen Gegenstand, den es gibt.
- Artificial Super Intelligence (ASI)
Ein angenommenes KI-System, das den Menschen in allen Gebieten übertrifft.
Beispiel: „Von Artificial Super Intelligence ist in der Risikodebatte die Rede, in Projektplänen nicht.“Der Unterschied zur AGI ist graduell und nicht grundsätzlich: Dort geht es um menschliches Niveau, hier um deutlich darüber. Wo die Grenze liegt, ist nicht festgelegt.
Nicht zu verwechseln mit Super Intelligence, der seit September 2026 in der US-Bundesverwaltung angeordneten Bezeichnung für KI insgesamt. Der kürzere Begriff meint etwas anderes als dieser hier, und die Abkürzungen ASI und SI liegen nah beieinander.
Die drei Schwellen im Verhältnis
Die Einteilung kennt drei Stufen, und ASI ist die oberste davon:
ANI, Artificial Narrow Intelligence: kann genau eine Art von Aufgabe und außerhalb davon nichts. Das ist der Stand jeder KI im Einsatz.
AGI, Artificial General Intelligence: löst Aufgaben über alle Gebiete hinweg auf menschlichem Niveau. Nicht erreicht, und ohne vereinbarte Messlatte.
ASI, Artificial Super Intelligence: übertrifft den Menschen in allen Gebieten. Eine Annahme und keine Beobachtung.
Woher der Begriff kommt
Aus der philosophischen Debatte über Technikfolgen, einem breiten Publikum zugänglich gemacht durch Nick Bostroms Buch von 2014. Dort steht auch die Frage, die den Begriff seither begleitet: ob ein solches System steuerbar wäre, wenn es entstünde. Die heutige Diskussion um Aufsicht und Ausrichtung von Modellen hat hier ihren Ursprung.
Was von dem Begriff zu halten ist
Als Bezeichnung einer Möglichkeit: brauchbar. Als Zeitangabe oder Prognose: nicht. Die Abstände zwischen den Schätzungen betragen Jahrzehnte, auch unter Fachleuten derselben Häuser, und eine Messlatte gibt es nicht. Wer den Begriff benutzt, sollte sagen, was er darunter versteht, denn sonst reden zwei Leute über zwei Dinge.
Warum er in der Risikodebatte steht
Weil sich an ihm die Frage nach Kontrolle stellt. Ein System, das in allen Gebieten überlegen wäre, ließe sich nicht mehr durch Prüfen beherrschen, weil die Prüfer unterlegen wären; daraus folgt der Gedanke, die Ausrichtung müsse vorher gelöst sein. Das ist die Begründung hinter den Warnungen führender Forscher, und sie gilt unabhängig davon, ob der Fall je eintritt.
Was daraus für die Praxis folgt
Nichts für die Projektplanung und etwas für die Haltung. Wer heute eine KI-Funktion baut, trifft keine Entscheidung über diese Stufe. Wohl aber lohnt die Gewohnheit, Rechte knapp zu halten, Abläufe nachvollziehbar zu machen und Aufsicht einzubauen: Das ist bei heutigen Agenten schon richtig und wäre bei stärkeren Systemen unverzichtbar.