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Hreflang & mehrsprachige Websites: Wie internationale B2B-Unternehmen bei Google richtig ankommen

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 01.10.2026

Lesedauer: 5 Minuten

In Kürze: Hreflang ist das technische Signal, mit dem du Google mitteilst, welche Sprachversion einer Seite für welches Land oder welche Sprache gedacht ist. Eine mehrsprachige Website allein reicht nicht: Ohne korrektes hreflang kann Google die falsche Sprachversion in den falschen Suchergebnissen anzeigen, oder beide Versionen konkurrieren gegeneinander. Gerade für exportorientierte B2B- und Industrieunternehmen mit mehreren Sprachversionen ist das ein oft übersehener, aber messbar wirksamer Hebel. Die Umsetzung wirkt technisch unscheinbar, ist in der Praxis aber fehleranfällig, kleine Abweichungen reichen, damit das Signal nicht greift.

Inhaltsverzeichnis:
  • Warum hreflang für international tätige Unternehmen relevant ist

  • Mehrsprachig ist nicht gleich international optimiert

  • Wie hreflang technisch funktioniert

  • Die häufigsten Fehler bei der Umsetzung

  • Ein Praxisbeispiel: Zwei Sprachversionen, ein Missverständnis

  • Selbst prüfen: Ist deine mehrsprachige Website sauber verlinkt?

Warum hreflang für international tätige Unternehmen relevant ist

Wer als Industrie- oder B2B-Unternehmen für mehrere Länder oder Sprachräume produziert oder verkauft, hat die Website häufig längst mehrsprachig aufgebaut, etwa mit modernen CMS-Systemen wie TYPO3, die eine saubere Mehrsprachigkeit und Multi-Site-Konfiguration technisch gut abbilden. Wie das im Detail aussehen kann, haben wir bereits in unserer TYPO3-Übersicht anhand realer Projekte gezeigt.

Was dabei oft fehlt, ist die SEO-technische Ebene, die aus mehreren Sprachversionen auch tatsächlich die richtige Sichtbarkeit in jedem Land macht: hreflang. Ohne dieses Signal bleibt die Mehrsprachigkeit technisch unvollständig, Google weiß zwar, dass es mehrere Sprachversionen gibt, aber nicht immer, welche davon in welchem Land ausgespielt werden soll.

Mehrsprachig ist nicht gleich international optimiert

Eine mehrsprachige Website zu haben und für mehrere Länder optimiert zu sein, sind zwei unterschiedliche Dinge. Das CMS liefert die Struktur, mehrere Sprachversionen, eigene URLs, eigene Inhalte. Was das CMS allein nicht liefert, ist die Information an Google, wie diese Versionen zusammenhängen.

Ohne dieses Signal kann es passieren, dass Google die deutsche Version einer Seite auch für Suchanfragen aus Frankreich anzeigt, weil sie dort zufällig stärker verlinkt oder älter ist. Oder dass beide Sprachversionen als thematisch nahezu identischer Inhalt eingestuft werden und sich gegenseitig im Ranking schwächen, statt sich zu ergänzen. Genau das verhindert hreflang.

Wie hreflang technisch funktioniert

Im Kern ist hreflang eine Zuordnung von Sprache und, optional, Land zu einer bestimmten URL. Diese Zuordnung kann auf drei Wegen hinterlegt werden: im HTML-Header jeder Seite, in der HTTP-Response oder in der XML-Sitemap. Alle drei Varianten sind für Google gleichwertig gültig, wichtig ist, dass innerhalb einer Website konsequent nur ein Weg genutzt wird.

Element

Bedeutung

Beispiel

Sprachcode

Zwei Buchstaben nach ISO 639-1

de, en, fr

Sprache + Land

Sprachcode kombiniert mit Ländercode

de-CH (Deutsch für die Schweiz), en-GB (Englisch für Großbritannien)

x-default

Standardversion, wenn keine andere Variante passt

Meist die Sprachauswahl-Seite oder die internationale Startseite

Selbstverweis

Jede Seite verweist auch auf sich selbst

Die deutsche Seite listet sich selbst als „de“ mit auf

Daraus folgt: Jede Sprachversion muss auf alle anderen Sprachversionen verweisen, inklusive sich selbst. Fehlt auch nur eine Rückverlinkung, wird die gesamte Zuordnung von Google ignoriert, nicht nur der fehlerhafte Teil.

So sieht das im Quelltext aus

Für eine Website mit deutscher und englischer Version sieht die Variante im HTML-Header so aus. Die drei Zeilen stehen im <head> und beziehen sich immer auf dieselbe inhaltliche Seite in ihren verschiedenen Sprachfassungen:

<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://beispiel.de/leistungen/" />
<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://beispiel.de/en/services/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://beispiel.de/" />

Entscheidend ist die Wiederholung: Genau dieser Block steht unverändert sowohl auf der deutschen Seite /leistungen/ als auch auf der englischen Seite /en/services/. Die deutsche Seite listet sich dabei selbst als hreflang="de" mit auf, das ist der Selbstverweis aus der Tabelle oben. Sobald der Block auf einer der beiden Seiten fehlt oder abweicht, verwirft Google die Zuordnung für dieses Seitenpaar.

Bei mehr als zwei Sprachen wächst der Block entsprechend: Bei fünf Sprachversionen stehen auf jeder einzelnen Seite sechs Zeilen, fünf Sprachverweise plus x-default. Genau deshalb wird die Pflege ab einer gewissen Größe zur Aufgabe für das Template und nicht mehr für die Redaktion.

Die häufigsten Fehler bei der Umsetzung

In der Praxis scheitert hreflang selten an der Grundidee, sondern an kleinen technischen Abweichungen:

  • Fehlende Rückverlinkung. Seite A verweist auf Seite B, aber Seite B verweist nicht zurück auf Seite A, damit ist das gesamte Set ungültig.

  • Falsche oder vertauschte Sprach- und Ländercodes, etwa „de-DE“ und „de-de“ inkonsistent gemischt, oder Sprach- und Ländercode vertauscht.

  • Widerspruch zum Canonical-Tag. Wenn eine Seite per Canonical auf eine andere Sprachversion verweist, gleichzeitig aber per hreflang als eigenständige Version gelistet ist, erhält Google ein widersprüchliches Signal.

  • Kein x-default, obwohl die Website auch von Nutzern aus nicht explizit abgedeckten Ländern besucht wird.

  • hreflang nur auf einigen Templates gepflegt, etwa auf Startseite und Leistungsseiten, aber nicht auf neu angelegten Unterseiten oder Blogartikeln.

Ein Praxisbeispiel: Zwei Sprachversionen, ein Missverständnis

Ein export-orientiertes Industrieunternehmen betreibt seine Website auf Deutsch und Englisch, mit dem Ziel, in beiden Sprachräumen gefunden zu werden. Bei der Prüfung zeigt sich: Die englische Version verweist korrekt auf die deutsche Version zurück, umgekehrt fehlt der Verweis jedoch auf mehreren neueren Unterseiten, die erst nach dem ursprünglichen Setup hinzugekommen sind. Das Ergebnis: Für einen Teil der Website funktioniert die Zuordnung, für einen anderen Teil nicht, ohne dass das auf den ersten Blick sichtbar wäre, die Seiten sehen ja korrekt aus, nur das unsichtbare Signal im Quelltext stimmt nicht.

Praxis-Tipp: Genau solche Lücken entstehen fast immer schleichend, durch neue Unterseiten, Relaunches einzelner Bereiche oder CMS-Updates, nicht durch die ursprüngliche Einrichtung. Eine einmalige Kontrolle reicht deshalb nicht aus, hreflang gehört in die laufende technische Pflege einer mehrsprachigen Website.

Selbst prüfen: Ist deine mehrsprachige Website sauber verlinkt?

Einen ersten Überblick kannst du dir ohne fremde Hilfe verschaffen:

  1. Quelltext einer Seite öffnen und im Kopfbereich nach „hreflang“ suchen. Sind alle Sprachversionen aufgeführt, inklusive der Seite selbst?

  2. Google Search Console prüfen. Im Bericht „Links“ lässt sich erkennen, ob interne Verlinkungen zwischen den Sprachversionen bestehen, ein indirekter Hinweis auf die Struktur.

  3. Stichprobenartig mehrere Seitentypen testen, nicht nur die Startseite: eine Leistungsseite, eine neuere Unterseite, ein Blogartikel. Gerade dort brechen die Zuordnungen am häufigsten.

Diese Prüfung zeigt zuverlässig, ob überhaupt etwas hinterlegt ist und grob, ob es vollständig wirkt. Ob die Zuordnung aber tatsächlich fehlerfrei und für alle Sprachpaare konsistent ist, lässt sich bei mehr als zwei oder drei Sprachversionen kaum noch manuell überblicken, dafür braucht es eine systematische technische Prüfung aller Kombinationen. Und selbst wenn ein Fehler gefunden ist, betrifft die eigentliche Korrektur meist die Template- oder CMS-Konfiguration und wirkt sich auf alle Sprachversionen gleichzeitig aus, ein Bereich, in dem ein unbedachter Eingriff schnell mehr Sprachversionen durcheinanderbringt, als er repariert.

Genau hier verbinden wir bei internationalen Projekten die technische Umsetzung mit der laufenden SEO-Betreuung: Die mehrsprachige Struktur wird nach der Einrichtung regelmäßig im Rahmen unseres technischen SEO auf genau solche stillen Lücken hin überprüft, bevor sie sich in schlechteren internationalen Rankings bemerkbar machen.

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Richard Albrecht - Geschäftsführer & Co-Founder der Homepage Helden

Über den Autor

Richard Albrecht bringt jahrelange Erfahrung im Webdesign und Online-Marketing mit. Als Mitgründer der Webdesign-Agentur Homepage Helden hat er gemeinsam mit seinem Team über 2500 Projekte umgesetzt und unterstützt Unternehmen bei der Optimierung ihrer digitalen Auftritte. In seinem Blog teilt er praxisnahe Einblicke in Themen wie SEO, Webdesign und Online-Marketing. Seit über 19 Jahren tritt Richard als Fachdozent und Speaker auf und berät Unternehmen in Bezug auf ihr Online Marketing, wodurch seine Artikel immer gut fundiert sind und direkt aus der Praxis kommen.