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Zeitreihenprognose (Time Series Forecasting)

oder auch Time Series Forecasting, Zeitreihenanalyse

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Die Zeitreihenprognose ist die Vorhersage künftiger Werte aus einer Messreihe über die Zeit. Sie gehört zu den ältesten Aufgaben der Statistik und wird heute auch mit Verfahren des Machine Learning gelöst, also mit trainierten Modellen statt mit einer Formel, wo der Verlauf dafür zu verwickelt ist.

Zeitreihenprognose (Time Series Forecasting)

Die Vorhersage künftiger Werte aus einer Messreihe über die Zeit.
Beispiel: „Die Zeitreihenprognose traf den Bestellverlauf im Dezember bis auf sieben Prozent.“

Woraus sie sich zusammensetzt: ein Trend, wiederkehrende Muster über Woche und Jahr, Sondereffekte wie Feiertage und ein Rest, der nicht erklärbar ist.

Das Fach ist älter als die KI. Klassische statistische Verfahren aus den 1970er Jahren liefern bei kurzen, ruhigen Reihen bis heute die besseren Ergebnisse als ein neuronales Netz.

Wofür sie im Webgeschäft taugt

Für Planung mit Vorlauf. Ein Shop, der den Bestellverlauf der nächsten vier Wochen kennt, bestellt Ware und Personal anders; ein Betreiber, der den Zugriffsverlauf kennt, plant die Serverleistung vor dem Weihnachtsgeschäft statt mitten darin. Beides braucht keine große KI, sondern eine saubere Datenreihe über mindestens zwei Jahre.

Wo ihre Grenze liegt

Bei allem, was es vorher nicht gab. Eine Prognose kann nur fortsetzen, was in der Reihe steckt; ein Gesetzeswechsel, ein neuer Wettbewerber oder eine Pandemie stehen dort nicht. Nach einem solchen Bruch ist die Reihe für Monate unbrauchbar, und wer weiter prognostiziert, rechnet die alte Welt fort.

Was eine brauchbare Prognose ausweist

Ein Band und nicht eine Zahl. Eine Vorhersage von 4.200 Bestellungen ist wertlos ohne die Angabe, wie breit der wahrscheinliche Bereich darum liegt. Angebote, die eine einzelne Zahl nennen, verkaufen Sicherheit, die es nicht gibt, und in der Abnahme gehört deshalb der Vergleich gegen die einfachste denkbare Vorhersage dazu: den Wert der Vorwoche.

Welche Daten sie braucht

Eine lückenlose Reihe in festem Takt, möglichst über zwei Jahre, und einen Kalender daneben. Fehlende Tage müssen ergänzt und nicht übersprungen werden, sonst verschieben sich die Wochenmuster. Der Kalender liefert Feiertage, Ferien und eigene Aktionen; ohne ihn erklärt das Modell jeden Ausschlag als Zufall und lernt die falsche Regel.

Siehe auch:

Machine Learning

Verfahren, bei denen ein System seine Regeln aus Daten ableitet, statt sie vorgegeben zu bekommen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Lineare Regression

Ein Lernverfahren, das einen Zahlenwert als gewichtete Summe seiner Einflussgrößen schätzt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Anomaly Detection (Anomalieerkennung)

Das automatische Auffinden von Fällen, die vom gelernten Normalbild abweichen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Supervised Learning

Maschinelles Lernen aus Beispielen, bei denen die richtige Antwort mitgeliefert wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Model Drift (Modell-Drift)

Der Qualitätsverlust eines KI-Modells, weil sich die Wirklichkeit seit dem Training verändert hat.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Trainingsdaten

Die Beispiele, aus denen ein KI-Modell seine Regeln ableitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)