Der Test auf echten Geräten ist die Prüfung einer Website auf vorhandener Hardware: auf einem iPhone, einem Android-Telefon, einem Tablet. Die Gerätesimulation in den Entwicklerwerkzeugen von Chrome oder Safari ändert dafür die Fenstergröße, das Pixelverhältnis und die gemeldete Browserkennung. Der Seitenaufbau selbst läuft weiter auf dem Rechner, in dessen Browser und mit dessen Rechenleistung.
- Test auf echten Geräten
Prüfung einer Website auf tatsächlich vorhandenen Telefonen und Tablets statt in der Gerätesimulation des Browsers.
Beispiel: „Im Simulator saß die Fußzeile richtig, auf dem iPhone lag sie unter der Safari-Leiste: dafür ist der Test auf echten Geräten da.“Auch: Real Device Testing. Gemeint ist dasselbe. Die englische Form steht vor allem in den Namen der Dienste, die entfernte Geräte stundenweise vermieten.
Nicht zu verwechseln mit dem iOS-Simulator aus Xcode. Der führt ein vollständiges Betriebssystem auf dem Mac aus und kommt dem Gerät damit näher als die Gerätesimulation im Browser. Display, Eingabe mit dem Finger und Rechenleistung bildet auch er nicht ab.
Was die Gerätesimulation verlässlich zeigt
Für die tägliche Arbeit ist die Gerätesimulation das richtige Werkzeug. Sie zeigt zuverlässig, bei welcher Breite ein Layout umbricht, ob die Breakpoints greifen, welche Bildgröße bei welchem Pixelverhältnis geladen wird und wie sich eine Seite über den ganzen Bereich zwischen Telefon und großem Monitor verhält.
Dieser Durchlauf dauert Minuten, mit echter Hardware ein Vielfaches davon. Deshalb gehört die Simulation an den Anfang: Sie räumt die Layoutfehler weg, bevor jemand ein Telefon in die Hand nimmt.
Wo sie an ihre Grenzen kommt
Die Simulation zeichnet die Seite mit der Engine des Rechner-Browsers. Ein simuliertes iPhone in Chrome rendert also in Blink, während auf dem Gerät WebKit arbeitet, auf das dort auch Chrome und Firefox zurückgreifen. Unterschiede bei Schriftdarstellung, Formularelementen und neueren CSS-Eigenschaften werden auf diesem Weg nie sichtbar.
Dazu kommt alles, was vom Gerät in Bewegung abhängt. Die Adressleiste von Safari klappt beim Scrollen ein und verändert die Höhe des sichtbaren Bereichs, weshalb ein Element mit 100vh Höhe anders sitzt als gedacht. Die Safe Area um Notch und Homeindikator fällt am Schreibtisch kaum auf. Ein Eingabefeld mit einer Schriftgröße unter 16 Pixeln lässt iOS beim Antippen in die Seite hineinzoomen. Und wie sich eine Wischgeste oder eine zu klein geratene Schaltfläche mit dem Daumen anfühlt, zeigt kein Fenster im Browser. Genau das sind die Fehler, die am spätesten auffallen.
Wie ein Gerätetest praktisch abläuft
Eine kleine Auswahl genügt. Wir prüfen vor dem Livegang auf einem aktuellen iPhone, einem älteren Android-Telefon mit wenig Leistung und einem Tablet. Das ältere Gerät ist dabei das wichtigste, weil sich dort zeigt, wie sich die Seite unter Last verhält. Seltene Kombinationen lassen sich über Gerätefarmen wie BrowserStack oder LambdaTest stundenweise mieten.
Die Fehlersuche funktioniert dabei genauso wie am Rechner. Ein per Kabel angeschlossenes iPhone lässt sich im Safari Web Inspector öffnen, ein Android-Telefon über chrome://inspect in Chrome. Wir empfehlen, einen Durchgang im Mobilfunknetz statt im Büro-WLAN zu machen. Erst dort zeigt sich, welche Seite wirklich schnell ist.