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Skalierungsgesetze (Scaling Laws)

oder auch Scaling Laws

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Skalierungsgesetze beschreiben den beobachteten Zusammenhang zwischen der Größe eines Modells, der Menge seiner Trainingsdaten, dem Rechenaufwand und der erreichten Güte. Sie sind keine Naturgesetze, sondern empirische Kurven, und sie haben die Entwicklung der letzten Jahre bestimmt.

Skalierungsgesetze (Scaling Laws)

Der beobachtete Zusammenhang zwischen Modellgröße, Datenmenge, Rechenaufwand und Güte.
Beispiel: „Die Skalierungsgesetze sagten voraus, wie gut ein Modell werden würde, bevor es trainiert war.“

Die Kernaussage der ersten Arbeit: Der Fehler sinkt als Potenzfunktion mit Modellgröße, Datenmenge und Rechenaufwand. Das heißt auch: Es gibt keinen plötzlichen Sprung, sondern eine gleichmäßige Verbesserung, die immer teurer wird.

Die zweite wichtige Erkenntnis kam zwei Jahre später und korrigierte die Verhältnisse: Größe und Datenmenge sollen gleichmäßig wachsen.

Die Urarbeit ist „Scaling Laws for Neural Language Models“ (Kaplan u. a., Januar 2020) mit dem Befund: „The loss scales as a power-law with model size, dataset size, and the amount of compute used for training.“

Die Korrektur brachte „Training Compute-Optimal Large Language Models“ (Hoffmann u. a., März 2022): „the model size and the number of training tokens should be scaled equally“. Belegt wurde das mit Chinchilla, 70 Milliarden Parameter auf der vierfachen Datenmenge, das ein Modell mit 280 Milliarden Parametern bei gleichem Rechenbudget übertraf.

Was daraus für die Gegenwart folgt

Dass Modellgröße allein nichts aussagt. Ein kleineres, gut mit Daten versorgtes Modell schlägt ein größeres, unterfüttertes, und genau das erklärt, warum die leistungsfähigsten Modelle nicht die größten sind. Für die Auswahl heißt das: Die Parameteranzahl taugt nicht als Maß für Leistung.

Wo die Kurven an Grenzen stoßen

Bei den Daten und beim Strom. Brauchbarer Text im Netz ist endlich, und die Rechenzentren stoßen an Grenzen der Energieversorgung. Deshalb verschiebt sich die Arbeit seit einiger Zeit von größeren Modellen zu besseren Verfahren: mehr Rechenzeit bei der Antwort statt beim Training, sparsamere Bauformen und kleinere Modelle, die aus größeren lernen.

Siehe auch:

Emergente Fähigkeiten (Emergent Abilities)

Fähigkeiten, die bei großen Modellen auftreten und bei kleineren fehlen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Parameteranzahl

Die Zahl der gelernten Gewichte eines KI-Modells, meist in Milliarden angegeben.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Trainingsdaten

Die Beispiele, aus denen ein KI-Modell seine Regeln ableitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Foundation Model

Ein großes KI-Modell, das auf breiten Daten trainiert wurde und als Grundlage für viele Anwendungen dient.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Frontier Model

Ein KI-Modell an der jeweils obersten Grenze des technisch Erreichbaren.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Distillation

Ein großes KI-Modell bringt einem kleineren sein Verhalten bei.

#Künstliche Intelligenz (KI)