Ein Release-Kandidat ist eine Fassung, die als fertig gilt und veröffentlicht wird, wenn nichts mehr auffällt. Sie geht an einen begrenzten Kreis, der sie unter echten Bedingungen benutzt.
- Release-Kandidat
Eine Fassung, die als fertig gilt und veröffentlicht wird, wenn nichts mehr auffällt.
Beispiel: „Der Release-Kandidat lief zwei Wochen bei drei Kunden, bevor die Fassung freigegeben wurde.“Englisch Release Candidate, abgekürzt rc. Nach semantischer Versionierung hängt der Zusatz an der Nummer, etwa 3.0.0-rc.1; eine zweite Runde wird rc.2.
Abgrenzung zur Beta: Diese ist zum Ausprobieren gedacht und darf noch Lücken haben. Ein Release-Kandidat beansprucht Vollständigkeit.
Wie ein Release-Kandidat gekennzeichnet wird
Durch den Zusatz an der Versionsnummer und durch einen eigenen Kanal. Wer rc installiert, bekommt den Kandidaten; alle anderen bleiben auf der letzten freigegebenen Fassung.
Die Nummer ist dabei mehr als Kosmetik: Paketmanager behandeln Vorabfassungen eigens und installieren sie nur, wenn man sie ausdrücklich erlaubt, siehe Semantische Versionierung.
Was in dieser Phase erlaubt ist
Korrekturen an Fehlern, sonst nichts. Jede neue Funktion macht aus dem Kandidaten eine neue Fassung mit eigener Prüfzeit, und die Phase beginnt von vorn.
Deshalb fällt sie oft mit einem Änderungsstopp zusammen: Der Kandidat liegt zur Prüfung, die Arbeit am nächsten Stand läuft daneben weiter, siehe Code Freeze.
Wofür ein Release-Kandidat taugt
Für Software, die andere installieren, und für große Sprünge. Wer eine Hauptfassung mit entfernten Funktionen plant, findet in zwei Wochen Kandidat mehr als in jedem Testlauf, weil echte Projekte andere Wege gehen als Tests.
Für eine Website, die mehrmals pro Woche ausgeliefert wird, lohnt der Umweg selten. Dort übernimmt die Staging-Umgebung diese Rolle, und der Schritt nach außen ist klein genug.