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Random Forest

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Ein Random Forest ist ein Verfahren des maschinellen Lernens, das aus vielen Entscheidungsbäumen besteht, die gemeinsam abstimmen. Jeder Baum sieht nur eine zufällige Teilmenge der Fälle und der Merkmale; das Ergebnis ist die Mehrheit der Bäume oder deren Durchschnitt.

Random Forest

Viele Entscheidungsbäume, die gemeinsam abstimmen und dadurch verlässlicher werden.
Beispiel: „Der Random Forest aus 500 Bäumen traf acht Prozentpunkte besser als der beste einzelne Baum.“

Warum der Zufall hilft: Einzelne Bäume machen verschiedene Fehler, und beim Abstimmen gleichen sich diese Fehler aus. Die Schwäche des Entscheidungsbaums, seine Empfindlichkeit gegenüber kleinen Änderungen, wird dadurch zur Stärke des Verfahrens.

Der Begriff stammt aus der Arbeit „Random Forests“ von Leo Breiman, erschienen 2001 in der Zeitschrift Machine Learning.

Wofür er bis heute die erste Wahl ist

Für Vorhersagen auf Tabellendaten. Bei Daten in Zeilen und Spalten, wie sie in jedem Unternehmen anfallen, schlagen Verfahren dieser Familie neuronale Netze regelmäßig, und zwar mit weniger Aufwand und weniger Daten. Wer eine Kündigungs-, Ausfall- oder Absatzvorhersage braucht, fängt hier an und nicht bei einem Sprachmodell.

Was er aufgibt

Die Lesbarkeit des einzelnen Baums. Fünfhundert Bäume lassen sich nicht mehr durchgehen, und damit ist der Weg zur Entscheidung nicht mehr nachvollziehbar. Was bleibt, ist die Angabe, welche Merkmale insgesamt am stärksten beitragen; das genügt für die fachliche Prüfung, nicht aber für die Begründung eines Einzelfalls.

Was in der Praxis daneben steht

Die verwandten Verfahren, die Bäume nacheinander statt nebeneinander bauen und jeden neuen auf die Fehler der vorigen ansetzen. Sie treffen meist noch etwas besser und brauchen mehr Sorgfalt bei den Einstellungen. In Ausschreibungen und Fachartikeln tauchen sie unter eigenen Namen auf; gemeint ist dieselbe Familie. Für ein erstes Modell auf Tabellendaten ist der Random Forest die bequemere Wahl, weil er mit den Voreinstellungen brauchbare Ergebnisse liefert. Erst wenn die letzten Prozentpunkte zählen, lohnt der Wechsel zu den aufwendigeren Verwandten. Beide laufen auf einem gewöhnlichen Rechner und brauchen keine Grafikkarte.

Siehe auch:

Entscheidungsbaum (Machine Learning)

Ein Modell, das eine Vorhersage über eine Folge von Ja-Nein-Fragen trifft.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Supervised Learning

Maschinelles Lernen aus Beispielen, bei denen die richtige Antwort mitgeliefert wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Predictive Analytics

Das Vorhersagen künftiger Werte oder Ereignisse aus vorhandenen Daten.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Overfitting (Überanpassung)

Ein Modell lernt die Trainingsdaten auswendig und versagt bei neuen Fällen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Erklärbare KI (XAI)

KI-Systeme, die zu ihren Ausgaben eine nachvollziehbare Begründung liefern.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Merkmal (Machine Learning)

Eine einzelne Eingabegröße, aus der ein Modell seine Vorhersage ableitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)