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Model Context Protocol (MCP)

oder auch MCP

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Das Model Context Protocol, kurz MCP, ist ein offener Standard für die Anbindung von KI-Anwendungen an Datenquellen und Werkzeuge. Statt für jede Kombination aus Assistent und Datenquelle eine eigene Schnittstelle zu bauen, sprechen beide Seiten dasselbe Protokoll.

Model Context Protocol (MCP)

Ein offener Standard, über den KI-Anwendungen an Datenquellen und Werkzeuge angebunden werden.
Beispiel: „Über das Model Context Protocol liest der Assistent im Projektordner, ohne dass dafür etwas programmiert wurde.“

Die beiden Seiten heißen Client und Server. Client ist die KI-Anwendung, etwa ein Chatfenster oder eine Entwicklungsumgebung. Server ist das angebundene System, etwa ein Dateiordner, eine Datenbank, ein Ticketsystem oder eine Suchmaschine.

Abgrenzung zum Function Calling: Das beschreibt, wie ein Modell einen Werkzeugaufruf formuliert. MCP beschreibt, wie das Werkzeug überhaupt an die Anwendung kommt. Beides greift ineinander.

Die Einführung zum Protokoll benutzt ein Bild, das die Sache gut trifft: „Think of MCP like a USB-C port for AI applications. Just as USB-C provides a standardized way to connect electronic devices, MCP provides a standardized way to connect AI applications to external systems.“ Unterstützt wird es unter anderem von Claude, ChatGPT, Visual Studio Code und Cursor.

Was es praktisch ändert

Ein einmal gebauter Server funktioniert in jeder Anwendung, die das Protokoll spricht. Für Unternehmen heißt das: Die Anbindung an das eigene Warenwirtschaftssystem entsteht einmal und ist dann in allen Werkzeugen verfügbar, auch in denen, die erst später dazukommen. Vorher war jede Anbindung an einen Anbieter gebunden.

Worauf bei der Freigabe zu achten ist

Ein MCP-Server bekommt Zugriff auf echte Daten, und das Modell entscheidet, wann er benutzt wird. Material, das von außen kommt, kann Anweisungen enthalten, siehe Prompt Injection. Üblich und sinnvoll sind deshalb Leserechte als Standard, Schreibrechte nur dort, wo sie gebraucht werden, und eine Bestätigung für alles, was nach außen wirkt oder sich schlecht zurücknehmen lässt.

Siehe auch:

Function Calling

Das Verfahren, mit dem ein Sprachmodell einen Programmaufruf anfordert, den die Anwendung dann ausführt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

KI-Agent

Ein System, in dem ein Sprachmodell selbst entscheidet, welcher Schritt als Nächstes kommt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Agentic Workflow

Ein Arbeitsablauf, in dem ein KI-Agent mehrere Schritte selbst plant und ausführt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Skill (KI)

Ein Bündel aus Anweisungen, Dateien und Skripten, das ein KI-Werkzeug erst bei Bedarf lädt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Prompt Injection

Ein Angriff, bei dem eine untergeschobene Anweisung das Verhalten eines Sprachmodells verändert.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Guardrails (KI)

Regeln und Prüfungen um ein KI-System herum, die unerwünschte Ausgaben und Handlungen verhindern.

#Künstliche Intelligenz (KI)