Die Laufzeit ist die Zeit, in der ein Programm tatsächlich läuft. Vieles entscheidet sich erst dort und nicht beim Schreiben.
- Laufzeit
Der Zeitraum, in dem ein Programm ausgeführt wird, im Unterschied zu dem Zeitpunkt, an dem es geschrieben oder übersetzt wird.
Beispiel: „Erst zur Laufzeit steht fest, wie viele Artikel im Warenkorb liegen.“Auch: Runtime.
Abgrenzung zur Laufzeitumgebung: Dasselbe englische Wort meint zweierlei. Hier der Zeitraum, dort das Programm, das die Ausführung besorgt.
Warum die Unterscheidung wichtig ist
Weil sich daran entscheidet, wann ein Fehler auffällt. Ein Laufzeitfehler tritt erst auf, wenn die betroffene Zeile durchlaufen wird, und nur unter den Bedingungen, die ihn auslösen. Was ein Compiler vorher bemängelt, kommt gar nicht so weit.
Das erklärt eine Erfahrung aus vielen Projekten: Ein Fehler, der nur bei einem bestimmten Kunden auftritt, ist fast immer ein Laufzeitfehler, ausgelöst von Daten, mit denen niemand gerechnet hat.
Was erst zur Laufzeit feststeht
Alles, was von außen kommt. Eingaben aus Formularen, Antworten von Schnittstellen, Inhalte aus dem Redaktionssystem, die Uhrzeit. Beim Schreiben lässt sich darüber nur eine Annahme treffen.
Deshalb gehört zu jedem Zugriff auf solche Daten die Frage, was geschieht, wenn sie fehlen oder anders aussehen als erwartet. Eine feste Typisierung hilft dabei nur innerhalb des eigenen Codes, nicht an der Außengrenze.
Laufzeit als Dauer
Dasselbe Wort bezeichnet zweitens, wie lange etwas braucht. Wenn jemand von der Laufzeit einer Abfrage spricht, meint er Millisekunden und nicht den Zeitraum der Ausführung.
Im Gespräch ergibt sich die Bedeutung aus dem Zusammenhang. Fragen schadet trotzdem nicht, weil beide Bedeutungen im selben Satz vorkommen können.