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Genauigkeit (Machine Learning)

oder auch Accuracy (Machine Learning)

Männliche Person, frontal, schaut in die Kamera; trägt kariertes Hemd über dunkelfarbigem T‑Shirt; heller Innenraum mit unscharfem Monitor oder Poster links und Fenster rechts.

von Richard Albrecht am 18.10.2026

Die Genauigkeit ist der Anteil der richtigen Einordnungen an allen Einordnungen eines Modells. Sie ist das einfachste Gütemaß und zugleich das am häufigsten missverstandene.

Genauigkeit (Machine Learning)

Der Anteil der richtigen Einordnungen an allen Einordnungen eines Modells.
Beispiel: „Die Genauigkeit lag bei 99 Prozent, und das Modell war trotzdem wertlos.“

Die Formel: richtige Einordnungen geteilt durch alle Einordnungen. Eingerechnet sind beide Arten von Treffern und beide Arten von Fehlern, siehe Confusion Matrix.

Google fasst sie so: „Accuracy is the proportion of all classifications that were correct, whether positive or negative.“

Warum sie in die Irre führt, steht im Crashkurs von Google mit einem Beispiel, das alles sagt: Ein Modell, das immer negativ vorhersagt, erreicht bei einem Anteil von einem Prozent positiver Fälle eine Genauigkeit von 99 Prozent und ist dabei „useless“. Die Empfehlung lautet deshalb, bei unausgewogenen Daten oder ungleich teuren Fehlern „to optimize for one of the other metrics instead“.

Der Vergleichswert, der immer dazugehört

Die Genauigkeit des dümmsten denkbaren Modells. Wer wissen will, ob 94 Prozent gut sind, rechnet aus, was ein Modell erreicht, das immer die häufigste Klasse vorhersagt. Liegt dieser Wert bei 92 Prozent, hat das Modell zwei Prozentpunkte Arbeit geleistet. Diese Rechnung dauert eine Minute und beendet die meisten Diskussionen über beeindruckende Zahlen. In der Fachsprache heißt dieser Vergleichswert Baseline, und er gehört in jeden Bericht.

Wann sie trotzdem taugt

Wenn die Klassen ungefähr gleich häufig sind und beide Fehlerarten ähnlich teuer. Für eine Einteilung von Supportanfragen in vier etwa gleich große Gruppen ist die Genauigkeit das richtige Maß. Für Betrugserkennung, Krankheitsvorhersage und jede Suche nach seltenen Fällen ist sie unbrauchbar.

Was man stattdessen angibt

Präzision und Trefferquote getrennt, dazu die Verteilung der Fehler nach Art. Wer eine einzelne Zahl braucht, nimmt den F1-Wert. Und in jedem Fall gehört die Klassenverteilung dazu: Eine Genauigkeit ohne die Angabe, wie häufig der gesuchte Fall überhaupt vorkommt, ist keine Auskunft.

Siehe auch:

Präzision und Trefferquote (Machine Learning)

Zwei Maße, die beschreiben, wie treffsicher und wie vollständig ein Modell arbeitet.

#Künstliche Intelligenz (KI)

F1-Wert (F1-Score)

Ein Gütemaß für KI-Modelle, das Präzision und Trefferquote in einer Zahl zusammenfasst.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Confusion Matrix

Eine Tabelle, die Vorhersagen und tatsächliche Werte gegenüberstellt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Unausgewogene Daten (Machine Learning)

Ein Trainingsbestand, in dem die gesuchte Klasse sehr viel seltener vorkommt als die übrigen.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Evaluation (KI)

Das planmäßige Messen, wie gut ein KI-System eine bestimmte Aufgabe erledigt.

#Künstliche Intelligenz (KI)

Testdatensatz (Test Set)

Der zurückgehaltene Teil der Daten, an dem ein fertiges Modell geprüft wird.

#Künstliche Intelligenz (KI)